Alltagskrimi

Mamas 5 Minuten

Schmökern & entspannen

Wer zu viel im Kopf hat, dem purzelt manchmal auch etwas heraus. Mindestens ebenso gewitzt wie sympathisch-zerstreut meistert Helen ihren Alltag – und muss dabei auch das eine oder andere Rätsel lösen …

Wo die wilden Tiere wohnen

Wenn es draußen fröstelt, ist Helens Familie nur schwer vom Sofa loszueisen … doch draußen warten Frischluft und Abenteuer auf die versammelte Mannschaft!

Während Herzblatt Alex noch etwas tiefer im Sessel versinkt, spielen Helens Kinder einträchtig mit ihrem Bastelzoo. Helen seufzt. Etwas Licht und Luft würde allen gut tun, aber wie soll sie ihre trägen Süßen bloß motivieren? „Los, wenn wir hier weiter im Heizungsmief herumhocken, bekommen wir alle noch einen Koller. Also zieht euch warm an – es geht raus an die frische Luft!“ „Och nööööö, keine Lust!

Ich will lieber Fernsehen!“ schmettert Marie den Vorschlag ab, doch ihr kleiner Bruder bekommt große Augen. „Wohin denn? Wohin denn? Wohin denn?“ hüpft Max wie ein Gummiball durch die Wohnung. Toto, der kleine Frechdachs bzw. Familiendackel, macht es ihm nach und trabt hoffnungsvoll mit seiner Leine an.

„Wie wär’s mit dem Wildpark? Da waren wir doch schon lange nicht mehr“, lockt Helen. “Die Wildschweine haben gerade Junge bekommen … und ihre kleinen Frischlinge sind sowas von niedlich“, ergänzt sie für ihre tierliebe Tochter – und lotst ihre Familie schließlich zum nahen Naturschutzgebiet.

Kaum angekommen, spitzt Toto schon seine Ohren – und flitzt Richtung Hirschgehege davon. Oh je, das kann ja heiter werden. Vielleicht war es doch keine gute Idee, den kleinen Dackel mitzunehmen? Hier wimmelt es nur so von verlockenden „Beute“-Tieren! Aber auch Helens Mann entdeckt versteckte Urinstinkte – und fordert den Anführer des Wolfsrudels mit „Schau mir in die Augen, Kleines“ zum Starrduell heraus.

Helen würde ihren Anhang am Liebsten direkt an die Leine legen. Denn während sich Alex langsam, aber sicher in einen echten Leitwolf verwandelt, stiehlt ihre Älteste dem Pfau eine Feder.

“Die lag auf dem Boden, ehrlich!” beteuert Marie ihre Unschuld – während das arme Tier protestierend davonflattert.

Gleichzeitig hat Toto, nach viel Gekläffe, am Dachsbau seinen Meister gefunden: Ein bisschen eingeschüchtert tritt er den Rückzug an und tut so, als hätte ihn dieses riesige „Streifenhörnchen“ sowieso nie interessiert. Auch Max macht seiner Mutter einen kräftigen Strich durch die Rechnung, als er Toto – und allen Tieren in Reichweite – Leckereien aus dem Picknickkorb zusteckt. Da warten Weintrauben, Äpfel, Brote, Salami, Kekse, heißer Kakao und Kaffee auf hungrige Mäuler … bzw. menschliche Münder!

„Hey, lass noch etwas für uns übrig!” ruft Marie ihrem Bruder zu. „Wo ist denn das ganze Essen hin? Max, hast du das etwa alles alleine aufgefuttert?“ Der Kleine erwidert wahrheitsgemäß: „Also, ICH war das nicht. Aber der Waschbär da vorne hat mir gerade ein Käsebrot geklaut!“ „Oh je, da musst du aufpassen. Die lassen sich nichts gefallen. In Amerika sind diese putzigen Biester eine richtige Plage“, wirft sein Vater ein. „Und wo wir schon beim Essen sind: Vorsicht mit dem Fliegenpilz da vorne. Den würde ich mir lieber nicht in die Pfanne hauen!“

Frisch gestärkt von den leckeren Resten, die Helen gerade noch retten konnte, setzt die Familie ihren Spaziergang fort. „Huch, bei mir piept‘s. Also, im Ohr!“ unterbricht Max die harmonische Ruhe. Auch Toto springt verdutzt im Kreis herum. „Also, ich höre nur Blätterrascheln“, wundert sich Helen und lässt den Blick wandern. Hinten, am Wolfsgehege steht ein Mann, dem es diebische Freude macht, die versammelten Vierbeiner nach seiner Hundepfeife tanzen zu lassen.

„Hey, sie machen hier noch alle Tiere verrückt!“ ruft sie dem Fremden zu. Und murmelt verärgert: „Muss ich mich wirklich um alles kümmern?“ Ein kurzer Seitenblick gibt ihr Recht – kaum einen Moment nicht hingeschaut, und ihr Kleinster wälzt sich auf dem Boden herum. „Guck mal, wir machen Schneeengel!“ kräht Max vergnügt, obwohl kaum noch Weiß den Boden bedeckt.

“Schneeengel? Ich finde, Schneebengel passt besser … der ganze Matsch rutscht dir schon in die Stiefel, und ich darf den Dreck nachher wieder ausbaden bzw. zuhause auswaschen! Na, dann mache ich lieber schnell noch ein Foto von deinen himmlischen Streichen, bevor du die nächsten teuflischen ausheckst …” Auch Helen muss jetzt wieder grinsen.

Während sie noch mit der Kamera hantiert, macht Familiendackel Toto ein paar unsichere Schritte – und fällt dann verwirrt auf sein Hinterteil. „Guck mal, der ist ja ein richtiger Wackeldackel!“ freut sich Max. Doch der kleine Jagdhund schlottert jetzt am ganzen Leib. Helen überlegt kurz und steuert direkt den Parkplatz an. „Los, Kinder, wir packen ein und fahren jetzt erstmal zum Tierarzt.“

Was ist bloß in Toto gefahren?

Hat der neugierige Dackel vielleicht doch am bunten Pilz genascht?

Oder wurde er Opfer kindlicher Eskapaden?

Hat ihn die Hundepfeife aus dem Gleichgewicht gebracht?

Flattern seine Nerven wegen all der wilden Tiere?

Oder war es einfach nur zu viel Aufregung für den kleinen Kläffer?

Was glauben Sie ist die Lösung?

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