Saison

WER RASTET, ROSTET!

Radeln mit der Familie

Sobald sich der Frühling aus der Deckung traut, ist nichts schöner als eine fröhliche Radtour mit der ganzen Familie. Damit die Kleinsten dabei nicht auf der Strecke bleiben, haben wir hier ein paar Tipps zusammengestellt.

Auf Achse

Warum Radfahren Kindern Beine macht

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit: Frische Luft und Bewegung tun Kindern ausgesprochen gut. Und auf dem Sattel lernen sie nicht nur Balance, Koordination, Aufmerksamkeit und Ausdauer – sondern kommen auch schneller von der Stelle. Für das Selbstbewusstsein der Kleinen und Kleinsten, die sonst im Alltag oft einen Schritt hinterherhinken, ist dieser Aspekt ganz besonders wichtig.

Richtig gerädert?

Kindgerechtes Fahren im Fokus

Für den entspannten Einstieg, und gutes Gleichgewichtstraining, bieten sich stabile Laufräder an. Nach etwas Auslauf auf diesen flinken Flitzern brauchen die Kleinen meist sogar gar keine Stützräder mehr, wenn sie sich – ab etwa drei Jahren oder später – auf ihren ersten „echten“ Drahtesel schwingen. Dies empfehlen übrigens auch Experten, die Stützrädern lieber den Laufpass geben, da sie falsches Kurvenverhalten antrainieren.

Mit perfekter Koordination ist es in diesem Alter zwar noch nicht allzu weit her, doch wichtige Aspekte wie Bremsen, Ausweichen oder Entfernungen abschätzen lassen sich durch regelmäßiges Üben gut trainieren. Und zwar an sicheren Orten, wo dem beaufsichtigten Fahrspaß nichts im Weg steht: z. B. auf dem Spielplatz, im Park oder am Wochenende auf einem ungenutzten Parkplatz.

Aufgesattelt

Sicher ist sicher – mit diesem Zubehör geht es rund

Ganz klar: Ohne Rad läuft nichts! Doch gerade zum Einstieg sollte es nicht unbedingt das Erstbeste vom Flohmarkt sein, das sich später eventuell mit einer falschen Sitzhaltung oder erhöhtem Wartungsbedarf rächt. Gerade in der Wachstumsphase ist die korrekte Rahmen- und Sattelhöhe enorm wichtig – und dafür lohnt sich der Weg zum Fachmann, der bei der korrekten Auswahl berät bzw. eine Probefahrt organisiert.

Für zusätzliche Sicherheit sorgen weitere Extras, die man gemeinsam mit den kleinen Schützlingen testen und aussuchen sollte. Besonders bei Helmen zieren sich die Kleinen gern – da ist mit der richtigen Form, Farbe oder Deko schon die halbe Überzeugungsarbeit getan. Auch ein Abstandhalter wird dank coolem Reflektor und Klappmechanismus von den Kindern genauso gut angenommen wie z. B. lustige Wippefähnchen. Und verkehrssichere Reflektoren für die Speichen werden oft auch in Tierform angeboten, ebenso wie schöne Motive für Kleidung, Schulranzen oder Turnbeutel.

Die Kleinen von der Leine lassen

Der sanfte Sprung in den Straßenverkehr

Loslassen ist schwierig, wenn die Kinder langsam größer werden und die Welt allein erobern möchten. Gerade im (städtischen) Straßenverkehr lauern alltägliche Gefahren, denen man seinen Nachwuchs ungern aussetzen möchte. Doch ab etwa 8 Jahren winkt der Schritt vom Geh- auf den Radweg – und die Kleinen meistern ihn besonders gut, wenn man ihnen beim gemeinsamen, begleiteten Fahren demonstriert, wie man dort sicher und souverän manövriert. Denn um ein gesundes Empfinden für die Gefahren des Straßenverkehrs zu entwickeln, müssen Kinder ihre Grenzen irgendwann auch selbstständig erkunden. Und wenn sie diesen Risiken selbstbewusst – nicht übermütig – im Kleinen begegnen, sind sie eher vor großen Malheurs gefeit.

Oft bieten Fahrradvereine, Gemeinden, Kindergärten oder Schulen auch Fahrtrainings oder spielerische Rallyes an, bei denen richtige Reaktionen und Geschicklichkeit geübt und entsprechend belohnt werden.

Gut, dass es Gepäckträger gibt …

Bestens gerüstet für die Tagestour

Auch wenn Smartphones und Co. schon digitales Kartenmaterial, Routenplaner und Ausflugtipps auf Lager haben, ist das nächste Funkloch (oder Akkudrama) oft nicht weit. Am Besten immer „echte“ Karten im Maßstab von 1:20 000 mitnehmen, die auch kleinere Feldwege oder Radrouten verzeichnen.

In Fahrradkorb oder Satteltaschen finden Verpflegung, Trinkflaschen, Regenponchos und eine isolierte Picknickdecke für warme und trockene Hintern, die nach so viel Sattelzeit eine kleine Ruhepause verdienen, locker Platz. Für eitel Sonnenschein und spielerische Unterbrechungen dürfen gern auch Flugdrachen und Bastelhelfer (Schere, Schnitzmesser, Paketband) mit ins Gepäck, um die Natur in einen großen Draußenspielplatz zu verwandeln.

Und bitte Pumpe und Flickzeug nicht vergessen. Obwohl moderne Fahrräder mittlerweile sehr zuverlässig sind, hat selbst der bravste Drahtesel ab und zu spontanen Wartungsbedarf.

Alle ausflugsbereit?

Auf ins gemeinsame Drahtesel-Abenteuer!

So, jetzt kann es losgehen! Schlaue Fahrradfüchse testen auf kleinen Runden vor, wie es um die Fitness, Aufmerksamkeit und Lust der Kleinen bestellt ist und planen entsprechend nach jeweils 30-90 Minuten entspannten Strampelns eine kurze Verschnaufpause ein. Empfehlenswert sind ruhige Routen, auf denen zwei Fahrer locker nebeneinander fahren dürfen und jeder ohne Hektik oder viel Verkehr sein eigenes Tempo finden kann. Falls die familiären Energien dabei allzu ungleich verteilt sein sollten – oder große und kleine Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen mitradeln – bietet sich eine Tandem-Kupplung für das Kinderrad an, um so auch größere Distanzen oder Steigungen zu bewältigen.

Nicht vergessen: Gerade Kinder freuen sich über regelmäßige Zwischenstopps zum Spielen, Essen, Erkunden und Ausruhen – ob am offiziellen Spielplatz, bei einer Sehenswürdigkeit, in einer Waldlichtung, auf einer Wiese oder am Seeufer … denn der Weg ist beim Radeln zwar das Ziel, doch auch hier gilt: Die Mischung macht’s!